Über unser Corps

Das Garde Corps Dürener Bürgerwehr 96 e. V. ist ein Heimatverein, der die Tradition des über 1250 Jahre alten Düren wach halten will. Die Wurzeln des Garde-Corps gehen auf das Jahr 1543 zurück. Bewaffnete Bürger gab es in Düren schon seit Anbeginn. Im Jahre 1543 befahl Herzog Wilhelm von Jülich, der sich im Krieg mit Kaiser Karl V. befand, eine Truppe zum Schutz der Stadt Düren aufzustellen. Befehlshaber war Paul von Bourscheid. Die Truppe bestand aus 2.500 Söldnern, Bauern aus dem Dürener Land und Bürgersöhnen.

In den Wirren des 30-jährigen Krieges versuchen Bürgerwehren die Stadt zu schützen. Am 18. August 1690 kommt es vor dem Wirteltor zu einem Gefecht zwischen Dürener Bürgersoldaten und den Franzosen. 1705 lagert ein holländisch-englisches Heer vor Düren. Die englische Armee steht unter dem Befehl des Duke of Marlborough, danach kommen die Kaiserlichen unter Prinz Eugen („Der edle Ritter"). 1742 kommt Düren unter die Herrschaft des Pfalzgrafen Karl-Theodor von Pfalz-Sulzbach, der neuer Kurfürst in Düsseldorf wird. 1783 wird das Kornhaus zur Kaserne des Landdragoner-Corps. Daran erinnert die Uniform der heutigen Bürgerwehr. 1793 und 1794 besiegen die Franzosen der Revolutionsarmee die Österreicher bei Aldenhoven. Am 4. November 1797 wird das linke Rheinufer Teil der Republik Frankreich. Düren ist vom 2. Oktober 1794 bis zum 13. Januar 1814 französisch. Die Bürgerwehr wird entwaffnet. 1800 erlauben die Franzosen die Wiederaufstellung der Bürgerwehr. 1814 im Freiheitskrieg gegen Napoleon rücken am 14. und 15. Januar Kosaken in Düren ein. Am 20. Januar kommt das Freicorps von Major Adolf von Lützow nach Düren. Der Oberbefehlshaber der Nordarmee der Anti-Napoleon-Koalition, Jean Baptiste Bernadotte, nimmt Düren als sein Hauptquartier. Düren bleibt bis zur Auflösung Preußens nach dem 2. Weltkrieg preußisch.

1848 herrscht Revolution in Frankreich, Österreich und Teilen von Deutschland. Am 21. März stellt der Stadtrat eine Bürgerwehr auf. Die Kompanien werden nach den Stadttoren benannt. Die heutige Bürgerwehr führt deshalb die Stadttore an ihrem Standartenhalter. Am 26. November 1918 wird die Bürgerwehr erneut einberufen. Sie hält die Ordnung aufrecht, weil sich die deutschen Truppen hinter den Rhein zurückziehen. Am 4. Dezember 1918 wird Düren durch britische Truppen besetzt. Die Bürgerwehr wird aufgelöst.

Im Jahre 1996 beschließen Dürener Bürgerinnen und Bürger, die Bürgerwehr wieder aufzustellen. Sie ist heute ein Heimatverein zur Pflege des vaterstädtischen Brauchtums, auch des Karnevals. Das Garde-Corps Dürener Bürgerwehr bewahrt zwar die Tradition der über 1000-jährigen Stadt Düren, ist aber dennoch modern und zukunftsorientiert. Es pflegt das Brauchtum – auch außerhalb der Karnevalszeit – und steht Interessenten an einer Mitgliedschaft offen gegenüber.